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Kirmespredigt 2009


Liebe Brüder und Schwestern, liebe Gemeinde!


Die Kirmes 2009 hat nun ihren tragischen Höhepunkt erreicht.Alle unsere Gebete und Hoffnungen halfen nichts. Auch in diesem Jahrmüssen wir ein Opfer der ausgelassenen Fröhnerei der Sünden und des Alkohols beklagen und zu Grabe tragen. Ein Junge aus unseren Reihen, der sein Ende nahen sah. Ein Mann mit einer besonderen Liebe zu Wein, Weib und Gesang. Er mochte den deutschen Schlager und war sich auch für die Frauen nicht zu schade, welche man vom Aussehen her nicht als Geschenk bezeichnen kann. Hauptsache sie hatten ein Fläschchen Bier auf der Bude. Doch bevor es mit ihm zu Ende ging, besann er sich. Er, welcher alle Dinge mit seinen eigenen Worten so trefflich formulieren konnte, hinterlässt uns sein Vermächtnis.

Und so schrob er folgende Zeilen:

Es war schon dunkel als ich durch Vorstadtstraßen heimwärts ging. Mir dünkte, wann wird’s mal wieder richtig Sommer und ich fühlte mich total unterhopft. Wissend, Sieben Fässer Wein können mir nicht gefährlich sein updatete ich mich zur kleinen Kneipe in unserer Straße. Die war zu. Suboptimal, was nun. Ah, es ist doch Kirbe in der Höh. Das wandern ist des Müllers Lust, schädelte es mir durch den Kopf. Oder Taxi? Unter 32168 herrscht Konjunktur die ganze Nacht. Kannste knicken, keiner ging ans Telefon. Also highspeedete ich heim, sattelte mich auf meine Schwalbe und ritt dem Sonnenuntergang entgegen. La, le, lu, nur der Mann im Mond schaute zu, wie ich schleichwegerich die Grundstraße entlang dslte. Plötzlich, ein Schlag. Ich hob ab. Wind nordost, Startbahn 03, übern Bach. Ein Frosch quakte mir noch unkend hinterher: Flieger grüß mir die Sonne. Dann wurde mein Flug mit nem Download beendet. Tausendmal berührt, tausendmal is nix passiert, doch dann hat´s Zoom gemacht. In Gestrüpp aufgebahrt und vor mich hinschimmelnd, erwachte ich und sah,daß sich Meister Reinecke fuchsteufelswild in mein Vorderrad gegantert hatte. Ardenalisiert schrie ich, Fuchs du hast die Schwalbe gestohlen, gib sie wieder her. Umsonst. Über mir kauzte ein Uhu eulend davon. Ich flehte ihn an, Vogel der Nacht bring sie zu mir zurück. Zwecklos. Jetzt klappert die Mühle im rauschenden Bach. Abschied ist ein scharfes Schwert, Tränen lügen nicht, ich schwör. Blutleer injizierte ich mir durch feminierte Tschaka, Tschaka-Übungen, neues Selbstwertgefühl. Verlieben, verloren, vergessen, verzeih´n. Walzend hawesterte ich mich durch die Waldung, wobei ich mich ständig frägte, sag mir quando, sag mir wann, komm ich am Festplatz endlich an? Über sieben Brücken musst du gehen, dann wirst du bald das Bierzelt sehen. Weit nach Mitternacht war ich dort. Rein an die Bar, wo man mich sogleich zwecks Treibstoffwunsch interviewte. Ja, ja so blau, blau, blau macht der Enzian, sprechte ich erigiert zur Bardame, aber bitte mit Sahne. Keine halbe Stunde später alimentierte sich meine Geschiedene neben mich. Guten Morgen liebe Sorgen denkte ich, küss die Hand schöne Frau und kaum 14 Sektflip später, ging sie mir warmhändig an die Abteilung für Familienplanung. Die Dame, welche ich nun schon druckbetankt wieder Spatzi nannte, lud mich freundlich auf einen sofortigen Besuch in ihrem neuen Benz ein. Ein Stern, der deinen Namen trägt, stammelte ich noch so bei mir und im Handumdrehen lagen wir auch schon auf dem Verdeck ihres Mercedes und haben lustig dahinimprägniert. Heute morgen das Erwachen. Auf meinem Bauch steht in roten Lippenstift- Runen: Schön ist es auf der Welt zu sein. Deine Ex. P.S. Den Tripper haste von mir!

Tja,und so muß ich juckreizend resümieren:

Lieber die Schwalbe in der Hand als Spatzi auf dem Dach!

Der Teufel hat den Schnaps gemacht. Leider macht mein Herz nich´ mehr mit. Und muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus, so habt kein Gefürchte:

Denn diesen Weg auf den Höh´n bin ich oft gegangen beim Vögeln sang ich Lieder. Die zwei Tannen im Herzen, die Rodach im Blut so sehn wir uns einst wieder.

Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unsre Kirbe nicht


AMEN