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Kirmespredigt 2013
Liebe Brüder und Schwestern.
Kaum 395 Jahre nachdem eine Hand voll Nordhalbener nach Titschendorf geflüchtet waren,
(nur um klarzustellen, wer damals damit angefangen hat)
stehen wir hier also zusammen
um die Kirmes 2013 zu verabschieden.
Ich frage euch: Wohin ist die Zeit?
Ich frage euch: War es das wert?
Ich sage euch:
Ja! Auch wenn sich viel geändert hat bis heute.
Fast 400 Jahre Leben auf hohem Plateau.
Das
kann nicht schadlos an uns vorübergehen.
Schaut euch selbst an, sündige Gemeinde!
Die Haare zerzaust, die Nasen rot. Die Augen
trüb und feucht.
Hart ist die Haut der Hände durch die viele Arbeit, hart ist auch
die Leber durch die vielen Feierabende.
Siehe, der Mensch lebt nicht von Brot allein,
so spricht der Herr zu den Seinen.
Und da wir lieben Wein und Weib, wollen wir´s
auch nicht verneinen.
Ihr kleines Heer namenloser Trunkenbolde,
die ihr euch in den
letzten Stunden, zu regional führenden Spitzentrinkern gesoffen habt, seht her!
Getreu
dem Motto „Wenn saufen nicht so fetzen würde!“ hat auch er unserer Kirbe beigewohnt.
Er war stets anzutreffen, da vorne, am Probierstand mit den Spezialitäten aus Flasche
und Fass.
Er hatte sich sehr gut vorbereitet.
Trug er doch wasserdichte Unterwäsche,
hatte sich ein Bett mit Gegenschaukel-Mechanismus gekauft.
In seinen Taschen hatte
er Kaugummis der Sorte „Fahnentöter“ mit
Knoblauchgeschmack und
da er stets mit dem
Auto hierherfuhr, liegen in seinem Handschuhfach vorsorglich Führerscheine im 10er-Block.
Dass
er wusste was kommt, beweisen auch die Kopfschmerztabletten mit seinen Initialen
drauf.
Was soll´s, genützt hat´s wenig.
Lasset es euch eine Lehre sein!
Ihr Satansbrut!
Nehmt meine Worte mit euch und lasset euch von ihnen geleiten:
- Ist
das Bier ungewöhnlich bleich und geschmacklos?
Dann bestellt ein Neues, das
Glas ist leer.
- Habt ihr mehr als eine Zigarette im Mund,
dann seid ihr am Tisch
nach vorne umgefallen.
- Erscheint euch jedoch die gegenüberliegende Wand mit strahlendem
Licht
bedeckt und der Boden bewegt sich,
dann seid ihr nach hinten umgefallen und werdet
rausgetragen.
- Und ein letzter guter Rat: Nimmt der Raum plötzlich
ungewöhnliche
Farben und Muster an,
Mund zuhalten!
Wir wollen beten:
Edles Bier du tust mir gut,
gibst mir Zuversicht und Mut.
Bin ich beim Bier, so bleib ich dabei, die Frau schimpft
um 10 genau wie um 2.
Mit des Bieres Hochgenuss, wächst zwar des Bauches Radius.
Doch
kaltes Bier und heiße Weiber, sind die besten Zeitvertreiber.
Trink ich schnell und
rülpse laut, war das Bier wohl gut gebraut.
Und bin ich voll von all den Bierchen,
geht es heim auf allen Vierchen.
Heut´ ich weiß es ganz genau, wird nicht nur der
Himmel blau.
Der Teufel steckt im Alkohol, drum Prösterchen, auf Gottes Wohl!
AMEN!
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