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Kirmespredigt 2010
Liebe Brüder und Schwestern, liebe Gemeinde !
Es war in einer Nacht voll Sündigkeit, da hat ein Hund ein Schwein befreit und das Produkt aus dieser Runde seid ihr versoffenen Schweinehunde.
Wieder ist es Kirmes in Titschendorf, und wieder müssen wir ein Opfer beklagen. Dahingerafft von Alkohol und Vielweiberei.
Zehn Jahre sind vergangen, seit unser armer Verblichener hier mit seinen Weggefährten die Titschendorfer Kirmes zur Weiterführung übernahmen.
Für ein paar wenige Tage des abgrundtiefen Frohsinns, wurde monatelang Bier, Wein und Schnaps vernichtet, nur um diese Kirmes zu überstehen.
Tja, das klappt halt nicht bei jedem.
Er war ein Kirmesbursche, wie er im Buche steht. Stählerner Blick, überlegenes Lächeln, seine inbrünstigen Gesänge, trieben so manches Mädchen in die Enge.
Seine Frisur hübsch aufgestriegelt,
Hemd und Anzug leider selbst gebügelt,
frisch
rasiert, wo die Klinge noch nichts fand,
und trug stolz am Hut ein rotes Band.
Das mit ihm was nicht stimmte, hörte man schon gestern, als er sang:
Oh, lieber Mond,
wenn ich dich seh´, denk ich an meine Plage.
Du bist im Jahr nur zwölfmal voll, und
ich fast alle Tage!
Er wusste, Alkohol ist keine Antwort, doch beim Saufen vergisst man die Frage.
War er doch früher so selbstbewusst und klimaneutral. Zeigte stets was ihm wichtig
war. Er war umweltbewusst, trug immer T-Shirts auf denen stand: „Ich bin gut zu Vögeln!“
Auch
sein Verhältnis zu den Frauen wurde durch seine starke Aura bestimmt. Legendär sind
schon seine Anmachsprüche gewesen, wie zum Beispiel der: „Na Praline, brauchst'e
'ne Füllung!“ oder jener „Hey, kannst du schwimmen, ich würde dich gerne mal ins
Becken stoßen!“
Eine Schöne traf er beim Eisverkäufer und er fragte sie, darf ich mal lecken, ich
halte auch dein Eis solange?
Der hat sie alle rumgekriegt und ging er spät mit ihnen
romantisch spazieren, sagte er immer: „Sieh nur, die Sterne sind so schön, kannste
mir einen runterholen?“
Doch nun seht ihn an, ihr Sündigen!
Jeder Abschied schmerzt, egal wie lange man sich
schon darauf gefreut hat.
Die Kirmes in Titschendorf geht zu Ende und niemand weiß
ob es jemals wieder eine gibt.
All die schönen Tänze und Fussballturniere. Das traditionelle
Ständerle und das Preisschießen. Ja das Schießen, wie viele Scharfschützen hat es
zu Tage befördert. Es war so beliebt, dass auch übers Jahr so viel Schießen geübt
wurde, wie selten zuvor. Die Geburtenraten der letzten Jahre im Dorf sprechen eine
klare Sprache. Wenn das so weitergeht, dann müssen wir bald statt der Kirmes ein
Schützenfest in Titschendorf ausrichten. Natürlich ein Freischießen! Damit auch jeder
was davon hat.
Lasst ihn nun von uns gehen und gedenkt stets meiner Worte!
Eine alte Weisheit sagt: 'Wer abends gesoffen hat, kann morgens auch arbeiten!' Das ist FALSCH! 'Man kann morgens auch nicht fliegen, wenn man abends gevögelt hat!
Zum Abschluss ein Gebet:
Sind so kleine Schnäpse hier,
schauen still und stumm.
Dürft
ihr nicht von trinken,
hauen euch sonst um.
Sind so große Biere,
golden, kühl und frisch.
Halt
sie euch vom Leibe,
liegt sonst unterm Tisch.
Sind so volle Gläser,
seid ihr noch bei
Trost?
Kippt das Zeug hinunter
Und darum PROST!
Einen Hinweis noch am Ende zum morgigen Traktortreffen:
Trinkt der Bauer und fährt Traktor,
wird er zum Gefahrenfaktor!
AMEN
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